Berufsunfähigkeit wegen Rückenleiden


Millionen Deutsche haben es “am Rücken”. Rückenleiden sind nach wissenschaftlichen Statistiken für rund 25 Prozent aller Krankschreibungen verantwortlich und etwa 18 Prozent aller Fälle von Berufsunfähigkeit gehen auf ihr Konto. Es handelt sich also um ein echtes Volksleiden.


“Rücken” – Was ist das?

Was verstehen wir überhaupt unter dem Rückenleiden und wie entsteht es? Rückenleiden ist ein sehr breit gefächertes Krankheitsgebiet. Eine Degeneration von Knochen und Knorpeln der Wirbelsäule, der Gelenke und Bänder, eine Entzündung der Nerven, eine Verspannung der Muskulatur – alles läuft unter dem Oberbegriff Rückenleiden. Ganz gleich ob plötzlich auftretend, wie der Bandscheibenvorfall oder der Hexenschuss, oder chronisch, wie zum Beispiel Morbus Bechterew, Skoliose oder eine andere Rückenverkrümmung, alle Rückenbeschwerden können die Arbeitsfähigkeit und das Befinden empfindlich stören.

Früher wurde davon ausgegangen, dass nur schwere körperliche Tätigkeiten, wie schweres Heben oder Tragen großer Lasten zu Rückenbeschwerden führen. Aber das stimmt nicht, auch Menschen mit einem Schreibtisch-Job, oder solche, die ihren Job überwiegend an Maschinen und Ladentheken stehend oder an einer Kasse oder im Auto sitzend zubringen, bekommen häufig Rückenprobleme. Falsche einseitige Belastung, Fehlhaltung aber auch Mangel an Bewegung, Übergewicht, Organschäden und sogar psychische Überlastung können Rückenschmerzen auslösen, die sogar zu dauernder Berufsunfähigkeit führen.

Rückenschmerzen

BU-Rente bei Auschluss der Verweisung

Da das Rückenleiden so weit verbreitet ist, stellt sich natürlich die Frage: Zahlt die BU-Versicherung, wenn ein Versicherter seinen Job wegen des Rückenleidens nicht mehr ausführen kann.
Die Antwort lautet: Ja, aber…
Es gibt bei den einzelnen Versicheren große Unterschiede hinsichtlich der gewährten Leistungen (natürlich auch hinsichtlich der Beiträge). Kann ein Versicherter nachweisen, aufgrund seiner Rückenprobleme den bisherigen Beruf nicht mehr ausüben zu können, gibt es bei einigen Versicherungen die sogenannte Verweisungsklausel. Sie beinhaltet, dass der Versicherte, statt seiner angestammten Tätigkeit auch eine andere ausüben kann, die seiner Ausbildung, seinen Fähigkeiten und seiner Lebensstellung betrifft und die er mit seinem erkrankter Rücken ausüben kann, dann leistet die Versicherung bei der BU nicht.


wichtige Information

Diese abstrakte Verweisung ist nicht in allen BU-Verträgen vorhanden und sollte bei Vertragabschluss ausgeschlossen werden.


Korrekte Angaben sichern die Rente

Wichtig ist auch die Frage der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Beim Abschluss der BU-Versicherung wird der Versicherungsnehmer nach Vorerkrankungen gefragt und muss diese wahrheitsgemäß angeben. Besonders bei chronischen Rückenerkrankungen kann eine Ablehnung des Antrages erfolgen. Stellt sich später heraus, durch eine nicht angegebene Krankheit der Versicherungsfall eintritt, kann das dazu führen, dass die BU-Renten-Zahlung verweigert wird.