Berufsunfähigkeit wegen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa


Jeder vierte Berufstätige scheidet wegen Berufsunfähigkeit vorzeitig aus dem Arbeitsleben aus. Nur wenige von ihnen verfügen allerdings über eine private Berufsunfähigkeitsversicherung und sind daher finanziell schlechter gestellt. Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa gehören zu den chronisch entzündlichen Darm-Erkrankungen (CED), welche die Teilnahme am Berfusleben sehr erschweren können.


Morbus Crohn

Bei Morbus Crohn kann der gesamte Verdauungstrakt betroffen sein. Es gibt laut ICD-10 vier Hauptformen der Erkrankung. Die Krankheit ist genetisch bedingt. Experten in Gesundheitsfragen klassifizieren sie als Autoimmun-Erkrankung. Die chronische Krankheit kann einen leichteren oder schwereren Verlauf haben. Morbus Crohn ist nicht heilbar, führt in vielen Fällen zu einer niedrigeren Lebenserwartung, kann aber mit Medikamenten gut behandelt werden. Bei Komplikationen wie Darmverschluss, Fisteln und Stenosen muss eine OP durchgeführt werden.

Colitis Ulcerosa

Colitis Ulcerosa ist mitunter schlecht von Morbus Crohn abgrenzbar. Diese Krankheit gehört ebenfalls zu den chronisch entzündlichen Darm-Erkrankungen. Im Gegensatz zu Morbus Crohn sind bei ihr die Entzündungsherde jedoch nur auf Dickdarm und Mastdarm beschränkt. ICD-10 kennt 8 Formen von Colitis Ulcerosa. Bei dieser chronischen unheilbaren Darmerkrankung, bei der die Ärzte ebenfalls eine genetische Prädisposition annehmen, treten schwere oder weniger schwere Verläufe auf. Colitis Ulcerosa ist wie Morbus Crohn eine Überreaktion des Immunsystems auf die natürliche Darmflora. Bei chronischem Verlauf kann es zum Auftreten von Dickdarm-Karzinomen kommen.

Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa

Warum chronisch entzündliche Darm-Krankheiten zur Berufsunfähigkeit führen

Viele Arbeitgeber haben Probleme mit Erwerbstätigen, die unter Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa leiden, da diese Patienten in ihrem Beruf nicht voll leistungsfähig sind: Sie benötigen ständig medizinische Hilfe und Behandlung, haben lange Ausfallzeiten, zeigen körperlich schlechte Leistungen und brauchen zusätzliche Zeit für Arzt-Besuche. Ihre Behinderung ist oft Kündigungs-Grund. Kann der CED Patient seinen Beruf nicht mehr ausüben, bleibt ihm nichts anderes übrig, als eine Erwerbsminderungs-Rente zu beantragen. Aus der gesetzlichen Rentenversicherung bekommt er jedoch nur etwa 700 Euro Rente pro Monat (wobei die vor 1961 Geborenen in der gesetzlichen Absicherung besser gestellt sind als die dananch Geborenen). Arbeitnehmer, die eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, erhalten im Versicherungsfall eine private Rente die vorher auf die persönliche Lebenssituation des Versicherungsnehmers zugeschnitte wurde.


Private Berufsunfähigkeits-Versicherungen ein Muss

Wie die Erfahrung mancher CED Kranker zeigt, lehnen es manche deutsche Versicherer ab, chronische Patienten zu versichern. Wer trotz bestehender CED eine BU-Versicherung abschließen will, sollte zuvor einen Versicherungs-Vergleich machen. Im Vertrag sollte das Risiko Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa unbedingt mitversichert sein. Allerdings muss der CED Patient mit einem Aufschlag von bis zu 100 % auf seinen Beitrag rechnen. Dabei bestimmt die Ausprägung seiner Krankheit die Höhe der zu leistenden Beiträge.


wichtige Information

Die Chancen, einen zuschlagsfreien Vertrag zu bekommen, stehen gut, wenn die letzte Untersuchung durch den Arzt mindestens 5 Jahre zurückliegt:

Dann gilt der Patient zwar immer noch als chronisch krank, aber als beschwerdefrei.


Wer seinen Antrag geschrieben hat, sollte im Fragebogen alle Angaben detailliert und wahrheitsgetreu machen und einen Ausdruck der Kranken-Datei hinzufügen. Vorerkrankungen sollte er keinesfalls verschweigen.