Berufsunfähigkeit nach Geschlecht


Berufsunfähigkeit ist für jeden Menschen ein schweres Los und stellt die Betroffenen vorallem vor große finanzielle Herausforderungen. Dabei sind Männer wie Frauen gleichermaßen betroffen und benötigen eine Absicherung.


Haben beide Geschlechter das gleiche Risko berufsunfähig zu werden?

Die Ursachen in eine Berufsunfähigkeit zu geraten sind sehr vielfältig. Von Herz-Kreislauferkrankung bis hin zu psychischen Störungen kann der Betroffene während seinen Arbeitslebens viele Schicksalsschläge erleiden. Die Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden ist für Männer wie für Frauen ähnlich hoch. Doch sind die Gründe recht geschlechtsspezifisch. Während Frauen eher mit psychischen Störungen und Krebs zu kämpfen haben, leiden Männer öfters an Krankheiten des Nervensystems. Diese Verteilung stark auf die geschlechterspezifische Berufswahl zurück zuführen. Die psychischen Belastungen in Berufen wie Altenpflegerin und Erzieherin stehen der körperlichen Belastung eines Handwerkers gegenüber. Zusätzlich zeigt sich der Wandel von der Industrie hin zum Dienstleistungsgewerbe. Der psychische Druck sowie die einseitige Belastung am Computer tragen vorallem zum Vormarsch der psychischen Krankheiten und Krankheiten des Bewegungsapparates bei.


Ursachen nach Geschlecht


Werden Versicherungsbeiträge geschlechtsspezifisch berechnet?

Doch wie gestalten sich die Versicherungsbeiträge? Nicht nur die Risikogruppe, das Alter und Vorerkrankungen waren Grundlage zur Berechnung des Versicherungsbeiträges, sondern auch das Geschlecht. Doch seit einem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg darf bei der Beitragsberechnung bezüglich einer Personenversicherung keine geschlechtsspezifische Unterscheidung mehr vorgenommen werden. Dieses Urteil betrifft auch die Tarifberechnungen für Berufsunfähigkeitsversicherungen.


Bisher spielte das Geschlecht bei den Beitragsberechnungen für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine entscheidende Rolle. Statistische Analysen der Versicherungsgesellschaften haben ergeben, dass das Risiko einer Berufsunfähigkeit bei Frauen größer ist als bei Männern. Daher viel der zu zahlende Versicherungsbeitrag für weibliche Versicherungsnehmer bei gleicher Versicherungsleistung entsprechend höher aus. Teilweise lag die Prämie für Frauen rund 30 Prozent über dem der männlichen Versicherten. Diese Praxis hielt der Europäische Gerichtshof für diskriminierend und entschied, dass der Beitrag in Zukunft bei gleicher Leistung geschlechtsneutral berechnet werden und identisch mit den Verträgen der Männer sein muss. Von dem Urteil sind alle Versicherungsverträge betroffen deren Abschluss nach dem 21.12.2012 erfolgte. Verträge die vorher geschlossen wurden sind von der neuen Regelung nicht betroffen.
Unisex

EuGH-Urteil beendet Unterschiede zwischen Frau udn Mann

Das Urteil des EuGH verpflichtet die Versicherungsgesellschaften künftig nur noch so genannte Unisex-Tarife anzubieten, um dem Grundsatz der Gleichbehandlung von Mann und Frau zu gewährleisten. Von dieser Umstellung sind vor allem die Männer betroffen, die nun nicht mehr von den bisherigen günstigen Tarifen profitieren können. Nach Berechnungen von Finanzexperten müssen männliche Versicherungsnehmer mit einer Premiumerhöhung von bis zu 15 Prozent rechnen. Allerdings bleibt der Versicherungsbeitrag der Frauen im wesentlichen unberührt, denn eine angemessene Beitragssenkung wird von den Versicherungen, wenn überhaupt, nur in geringen Maß erfolgen.


Unisex-Tarife


Von dem Urteil des Europäischen Gerichtshof sind ausschließlich Neuverträge betroffen. Für Policen die vor dem 21.12.2012 geschlossen wurden ist die Neuregelung bedeutungslos.


wichtige Information

Es ist Vorsicht geboten, wenn zum Beispiel bei einem alten Vertrag die Versicherungssumme angehoben werden soll.

Manche Versicherungen legen eine solche Vertragsänderung als Neuvertrag aus und würden die Beiträge entsprechend der gesetzlichen Neuregelung anheben.


Wer heute eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will sollte vorher in einem entsprechenden Vergleichsportal die verschiedenen Angebote für eine Berufsunfähigkeitsversicherung der verschiedenen Versicherer genau prüfen und vergleichen.