BU-Versicherungsbeiträge in der Steuererklärung


Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist für die finanzielle Absicherung in einer beruflichen gesundheitlichen Notlage eine wichtige Voraussetzung. Um sich selbst und die Familie vor einer finanziellen Notlage zu bewahren, ist die private Vorsorge in Form einer Berufsunfähigkeitsversicherung unumgänglich. Die nach 1961-Geborenen erhalten keinerlei Unterstützung vom Staat und sind darauf angewiesen eine private Versicherung abzuschließen. Doch gibt es eine Möglichkeit für die Berufsunfähigkeit vorzusorgen und gleichzeitig die finanzielle Belastung einzuschränken?


Sparen durch einen Versicherungsvergleich

Zunächst ist ein Versicherungsvergleich notwendig. Damit ist gewährleistet, dass die Versicherungsbedingungen bestmöglich auf die Situation des Versicherungsnehmers zugeschnitten sind und gleichzeitig das idealste Angebot der Versicherungen herauszufinden, um nicht zu viel zuzahlen. Schließlich sollen Vorsorgeaufwendungen wie die Berufsunfähigkeitsversicherung das Leben im Notfall verbessern und nicht eine zusätzliche Belastung darstellen.


Sparen durch Steuervorteile

Zusätzlich zum Versicherungsvergleich kann daher seit 2010 der Versicherungsnehmer das Steuerrecht nutzen, um die Ausgaben zu minimieren. Seit 2010 ist durch das Bürgerentlastungsgesetzt das „Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen“ in Kraft getreten. Seit Erlass dieses Gesetztes ist es möglich zum Beispiel die Beiträge zur Berufsunfähigskeitsrente in der Einkommenssteuererklärung anzusetzen. Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsrente sind Vorsorgeaufwendungen, die in der Einkommenssteuererklärung angesetzt werden können. Der Versicherungsnehmer passt die Rentenhöhe an seine Lebensverhältnisse an. Dementsprechend sind die Beiträge für Berufsunfähigkeitsversicherung höher oder niedriger. Dabei ist die Höhe des Betrages, welcher in der Steuererklärung angesetzt wird, nicht relevant. Jeder Betrag kann angegeben werden. Aus diesem Grund ist für jeden Versicherungsnehmer die steuerlichen Vorteile gegeben.


Unterschiedliche Regelungen für unterschiedliche Vertragsarten

Um die steuerlichen Vorteile nutzen zu können, muss der Versicherungsnehmer wissen, welche Art von Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wurde.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung
BU-Zusatzversicherung im Rahmen einer Rürup-Rente

Je nachdem welche der beiden Vertragsarten genutzt wird, gelten andere Regelungen im Steuerrecht.

Vertragsart

Selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung

Die selbstständige Berufsunfähgkeitsversicherung ist die klassische private Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Beiträge zu dieser Vertragsart zählen wie die Beiträge zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Rentenversicherung, Lebensversicherung und Risikoversicherung als Vorsorgeaufwendungen und somit zu den Sonderausgaben laut § 10 Abs.1 Nr 3a des Einkommensteuergesetz. Die Vorsorgeaufwendungen sind in der Steuererklärung in der „Anlage Vorsorgeaufwand“ einzutragen.

Der Versicherungsnehmer muss beim Ansetzen in der Steuererklärung darauf achten, zu welcher Berufsgruppe er gehört. Die Unterscheidung zeigt sich im anzusetzenden Höchstbetrag. Zwei Berufsgruppen werden unterschieden:

  • Freiberufler und Selbstständige: 1.900 €
  • Angestellte, Arbeitnehmer und Beamte: 2.800 €

Liegt die Summe aller Vorsorgeaufwendungen unter dem jeweiligen Höchstbetrag, wirkt sich dies steuermindernd aus. Wird dagegen die Höchstgrenze überschritten, wirkt sich die Differenz nicht mehr aus.


BU-Zusatzversicherung im Rahmen einer Rürup-Rente

Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Zusatzversicherung mit Rürup-Rente ist dies von Vorteil. Bei diese Vertragsart lässt das deutsche Recht eine höhere steuerfreie Höchstgrenze zu. Die Höchstbeträge werden bei dieser Vertragsart nicht anhand der Berufsgruppen unterscheiden, sondern anhand des Familienstandes. Der Höchstbetrag für Singles beträgt 20.000 € pro Jahr, das von Verheirateten das Doppelte 40.000 € pro Jahr


Zwei Vorteil, die genutzt werden sollten

Jeder Versicherungsnehmer hat dadurch doppelte Vorteile. Zum einen ist er gegen Berufsunfähigkeit abgesichert, zum anderen ist es möglich die Versicherungsbeiträge von der Steuer abzusetzen. Um jedoch jede Möglichkeiten auszuschöpfen, ist es notwendig, dass erforderliche Wissen zur korrekten Angabe in der Steuererklärung zu haben. Das Wissen kann zum Beispiel in Ratgebern vermittelt werden. Ist der Versicherungsnehmer unsicher, ist es zu jeder Zeit ratsam einen Berater zur Erstellung der Steuererklärung hinzuzuziehen. Dieser Service wird von unterschiedlichen Stellen wie zum Beispiel Lohnsteuerhilfevereinen angeboten.


wichtige Information

Um jedoch eine richtige Steuererklärung einzureichen und die Beiträge an der richtigen Stelle einzutragen, ist es ratsam eine Beratung in einem Lohnsteuerhilfeverein in Anspruch zu nehmen oder sich entsprechende deutsche Literatur zu kaufen.