Arbeitnehmer


Die Berufsunfähigkeitsversicherung dient dazu, den Lebensstandard von erwerbstätigen Personen abzusichern, selbst wenn diese aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage dazu sind, ihrer Arbeit nachzugehen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Arbeitnehmer ist daher ein grundlegender Baustein für die finanzielle Absicherung für den Betroffenen selbst und dessen Familie. Die Berufsunfähigkeit kann schneller im eigenen Leben aktuell sein, als einem beliebt. Eine Krankheit oder ein Unfall mit psychischen oder physischen Folgen sind jederzeit möglich.


Staatliche Absicherung nur begrenzt

Arbeitnehmer erhalten im Krankheitsfall sechs Wochen lang Entgeltfortzahlung über ihren Arbeitgeber und anschließend Krankengeld durch die gesetzliche Krankenkasse. Der Krankengeldbezug wegen derselben Krankheit ist auf zweiundsiebzig Wochen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren beschränkt. Er ersetzt somit nicht den Verdienstausfall, wenn der Arbeitnehmer dauerhaft arbeitsunfähig bleibt.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente setzt voraus, dass der Versicherte keinerlei Berufstätigkeit ausüben kann. Sie schützt somit nicht den konkret ausgeübten Beruf, sondern nur die Arbeitsfähigkeit an jedem beliebigen Arbeitsplatz. Sie stellt somit keinen adäquaten Schutz dar, zudem sind die von ihr ausgezahlten Renten niedrig.

Staatliche Absicherung

Unfallversicherung anstatt Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein Vertragsbestandteil der Unfallversicherung besteht in einer lebenslangen Rentenzahlung. Diese erfolgt je nach Vertragsgestaltung, sobald ein Unfall zu einem Verlust von Körperteilen führt, selbst wenn die konkrete Berufstätigkeit dadurch im Einzelfall nicht beeinträchtigt wird.

Eine weitere Klausel der meisten Verträge sieht eine Rentenzahlung ebenfalls vor, wenn eine Erwerbsminderung zu den langfristigen Unfallfolgen zählt. Diese Klausel ersetzt eine Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch nicht, da deutlich mehr Menschen ihre Berufstätigkeit infolge einer Erkrankung und nicht nach einem erlittenen Unfall aufgeben müssen.

Die Ergänzung der Unfallversicherung mit einer Dread-Disease-Versicherung deckt ebenfalls nur einen Teil der Risiken ab, da die zum Leistungsbezug berechtigenden Erkrankungen im Versicherungsvertrag exakt bezeichnet werden. Falls die dauerhafte Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise Berufsunfähigkeit durch eine andere Krankheit verursacht wird, erhalten Kunden einer Dread-Disease-Versicherung keine Leistungen. Weniger bedenklich ist, dass die Versicherung gegen schwere Krankheiten mit einer Einmalzahlung statt mit einer monatlichen Rente verbunden ist, da der ausgezahlte Betrag für den Abschluss einer Rentenzusatzversicherung mit einmaliger Einzahlung verwendet werden kann.


Das A und O: Bedingungen und Preise vergleichen


wichtige Information

  • Definition der Berufsunfähigkeit – Verweisung und Prognosezeitraum

  • Laufzeit


Die Preisunterschiede der Jahresprämie können zwischen den verschiedenen Anbietern einer Berufsunfähigkeitsversicherung selbst bei identischen Vertragsbedingungen im höheren dreistelligen Bereich liegen. Hundert und mehr Euro zu sparen ist sinnvoll, dennoch ist vor dem Preisvergleich ein Abgleich der Versicherungsbedingungen unverzichtbar.

Besonders hinsichtlich der Definition der Berufsunfähigkeit und bezüglich des Prognosezeitraumes sind Unterschiede zu beachten.

Arbeiter

Dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit der Möglichkeit der Verweisung in einen beliebigen anderen Beruf verbunden ist, kommt nur noch selten vor. Die meisten Versicherer sind so ehrlich, die eine solche Klausel enthaltenden Verträge als private Erwerbsunfähigkeitsversicherungen zu bezeichnen. Weiterhin häufig sind allerdings Vertragsklauseln, wonach die Verweisung in einen ähnlichen Beruf statthaft ist, wenn Art und Umfang der Verletzung beziehungsweise Erkrankung dessen Ausübung zulassen. Hierbei wird der Begriff der Ähnlichkeit weitgefasst, sodass die Versicherungsgesellschaft Lehrer auf eine mögliche Tätigkeit im Schulbuchverlag und Verkäufer auf eine Arbeit im Callcenter verweisen kann. Ein tatsächlicher Schutz der konkreten Berufstätigkeit besteht nur, wenn der Versicherungsvertrag kein Recht auf die Verweisung zu einer vergleichbaren Beschäftigung vorsieht. Das ist bei vielen Gesellschaften der Fall und ein Grund, gegenüber dem Versicherungsangebot mit niedrigeren Prämien und der Möglichkeit zur Verweisung einen höheren Beitrag zu akzeptieren.

Angestellte
Das gilt auch für die Vereinbarung eines Prognosezeitraumes. Gesetzlich ist der Versicherung möglich dies bis zu drei Jahre zu vereinbaren. Dies bedeutet, der Versicherte erhält erst bei einer Berufsunfähigkeit von einer Dauer von mindestens drei Jahren die Berufsunfähigkeitsrente.

Die Zahlungen der klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung enden mit dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters, da dann die Altersrente das Einkommen des Versicherten sichert. Auf dem Versicherungsmarkt sind auch Angebote vorhanden, welche den Versicherungsschutz vor der Berufsunfähigkeit mit einer privaten Rentenzusatzversicherung kombinieren. Dass diese Mehrleistung zu höheren Prämien führt, ist nachvollziehbar und bei einem Versicherungsvergleich zu berücksichtigen.