Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich: Informationen und Tipps



Alle Informationen zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung

Das umfassende Portal rund um das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung – damit Sie besser vergleichen können!



Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist keine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung, sondern eine private Zusatzversicherung, welche seit den 70er Jahren angeboten wird. Jeder Bürger kann selbst entscheiden, ob er diese Versicherung abschließt. Doch ist es ratsam eine private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit abzuschließen, da die staatlichen Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung sehr mangelhaft sind.

Seit dem Jahr 2001, mit der Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, ist die Berufsunfähigkeitsrente für alle Versicherten, die nicht bereits berufsunfähig sind, weggefallen. Alle Generation, die vor dem 2.Januar 1961 geboren wurden und nach der Reform berufsunfähig wurden, fallen in die Übergangsregelung nach § 240 Abs. 1 SGB VI und erhalten eine staatliche Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung soll den sozialen Abstieg des Versicherten verhindern, indem laut Vertrag eine gewisse Summe Geld monatlich ausgezahlt wird, um das Niveau des bisher geführten Lebens aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund ist jede Berufsunfähigkeitsversicherung individuell an jeden Versicherungsnehmer und dessen Lebensverhältnisse angepasst. Denn es gibt nichts Schlimmeres, als sich um seine finanzielle Absicherung zu sorgen, wenn man mit einem gesundheitlichen Schicksalsschlag und der damit verbundenen Aufgabe seines Berufes zu kämpfen hat.

Erweiterte Definition BU


Bevor nähere Details bezüglich der grundlegenden Bedingungen bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung erläutert werden, muss die Frage beantwortet werden:

„Was ist berufsunfähig im Sinne dieser Versicherung?“

Wenn ein Arzt bescheinigen kann, dass der Versicherte durch eine Krankheit oder eine Körperverletzung seinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann oder dies bereits nicht mehr tut, liegt eine Berufsunfähigkeit vor.


Erweiterte Definition von Berufsunfähigkeit

Wie am Anfang beschrieben, liegt eine Berufsunfähigkeit vor, wenn durch eine Krankheit oder eine Körperverletzung der zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausübt werden kann oder dies schon nicht mehr getan wird. Wie lang der Versicherte berufsunfähig sein muss, damit dies als berufsunfähig anerkannt wird, ist individuell im Versicherungsvertrag festzulegen. So kann bei einer Berufsunfähigkeit ab 6 Monaten oder auch erst ab 3 Jahren die Berufsunfähigkeit im Sinne des Versicherungsvertrages eintreten.

Diese Definition wird durch unterschiedliche Zusätze im Versicherungsvertrag erweitert. Welche Ergänzungen die jeweilige Berufsunfähigkeitsversicherung verwendet ist in den Versicherungsbedingungen festgehalten, welche üblicherweise kostenlos heruntergeladen werden können. Häufige Zusätze werden in der nachfolgenden Liste beschrieben.


BU mit zeitlicher Einschränkung


1. Berufsunfähigkeit mit zeitlicher Einschränkung


Dies bedeutet, dass der Versicherungsschutz bereits in Kraft treten kann, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf oder eine andere Tätigkeit nur in Teilzeit ausgeübt werden kann.


Das heißt, können sie zum Beispiel nur 3 Stunden anstatt der vorher erbrachten 8 Stunden am Tag in ihre Tätigkeit im vollen Umfang arbeiten, ist es möglich, dass sie berufsunfähig sind.

BU mit Tätigkeiteinschränkung


2. Berufsunfähigkeit mit Tätigkeitseinschränkung


Dies bedeutet, dass der Versicherungsschutz bereits in Kraft treten kann, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf oder eine andere Tätigkeit nicht vollständig ausüben werden kann.


Das heißt, können sie nur noch bestimmte Tätigkeiten ihrer Arbeit ausüben und nicht mehr alle Aufgaben bewältigen, ist es möglich, dass sie berufsunfähig sind.

BU mit abstrakten verweis


3. Berufsunfähigkeit mit abstrakten Verweis


Wird im Versicherungsvertrag ein abstrakter Verweis aufgenommen, bedeutet dies, dass erst eine Berufsunfähigkeit eintritt, wenn neben dem zuletzt ausgeübten Beruf auch keine vergleichbare oder den Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit mehr ausgeübt werden kann.


Die Aufnahme des abstrakten Verweises in den Berufsunfähigkeitsvertrag ist nicht zu raten!

BU mit konkreten verweis


4. Berufsunfähigkeit mit konkreten Verweis


Die konkrete Verweisung bezieht sich auf die freiwillige Rückkehr ins Berufsleben. Beinhaltet der Versicherungsvertrag einen konkreten Verweis, bedeutet dies, dass erst eine Berufsunfähigkeit eintritt, wenn nach der Erkrankung kein Beruf freiwillige wieder aufgenommen wurde.


Die meisten Verträge schließen einen konkreten Verweis mit ein.


BU infolge von Pflegebedürftigkeit
5. Berufsunfähigkeit infolge von Pflegebedürftigkeit

Dies bedeutet, wenn ein Arzt bescheinigen kann, dass der Versicherte durch eine Krankheit oder eine Körperverletzung die gewöhnlichen und regelmäßigen Tätigkeiten im Alltag nur noch mit Hilfe einer anderen Person bewältigen kann, dann liegt eine Berufsunfähigkeit infolge von Pflegebedürftigkeit vor.

Gewöhnliche und regelmäßige Tätigkeiten sind (pro Täigkeit ist 1 Punkt anzurechnen):

Tätigkeit Beschreibung
Fortbewegung im Raum Um sich bewegen zu können, wird zusätzlich zu einer Gehhilfe oder einem Rollstuhl Hilfe eine anderen Person benötigt.
Aufstehen und Zubettgehen Um das Bett verlassen zu können oder ins Bett zu gehen, wird Hilfe einer anderen Person benötigt.
An- und Auskleiden Obwohl krankengerechte Kleidung genutzt wird, wird um sich an- und auszukleiden Hilfe einer anderen Person benötigt.
Essen und Trinken Obwohl krankengerechtes Besteck genutzt wird, wird um Essen und Trinken zu können Hilfe einer anderen Person benötigt.
Waschen, Kämmen, Rasieren Um sich zu waschen, kämmen und rasieren zu können, wird Hilfe einer anderen Person benötigt.
Verrichtung der Notdurft Um auf Toilette gehen zu können, wird Hilfe einer anderen Person benötigt. Dies heißt, die Säuberung ist nur mit Hilfe möglich, es wird eine Bettschüssel benötigt oder der Darm/die Blase kann nur mit fremder Hilfe entleert werden.

Die Pflegebedürftigkeit wird in drei Stufen kategorisiert – Pflegestufe 1, Pflegestufe 2, Pflegestufe 3. Die konkrete Einstufung in die Pflegestufen erfolgt im Versicherungsvertrag, in welchem festgelegt ist ab wie vielen Punkten der Versicherte welche Pflegestufe erhält.

Ungeachtet der Punkte, wird der Versicherte in Pflegestufe 2 eingeteilt, wenn er durch eine seelische Erkrankung oder Behinderung sich selbst oder andere gefährdet und dadurch eine tägliche Beaufsichtigung notwendig ist. Ist diese Beaufsichtigung nicht nur täglich notwendig, sondern ständig bei Tag und Nacht liegt eine Pflegestufe 3 vor. Außerdem tritt eine Pflegestufe 3 in Kraft, wenn der Versicherte dauerhaft bettlägerig ist.

Kurzzeitige Verschlechterungen und Verbesserungen des Gesundheitszustandes führen nicht zu einer anderen Pflegestufe. Der Wechsel in eine andere Pflegestufe erfolgt, wenn die Verbesserungen oder Verschlechterung der Gesundheit nicht mehr vorübergehend ist und nach einer verträglich festgelegten Zeit immer noch anhält.

Dies heißt zum Beispiel, wenn ein Erkrankter bei vier Punkten in der Pflegestufe 2 eingeteilt wird und auf Grund einer starken Grippe zwei Wochen bettlägerig ist, bleibt dieser in der Pflegestufe 2. Verschlimmert sich jedoch die gesundheitliche Situation des Versicherten und er ist mehrere Monate bettlägerig, dann erfolgt eine neue Einstufung in die Pflegestufe 3.


wichtige Information

Eine Berufsunfähigkeit muss durch einen Arzt festgestellt werden und kann auch nur durch einen Arzt aufgehoben werden.

Dies muss ebenfalls schriftlich erfolgen.


Welcher Beruf ist versichert?

Üblich ist der zuletzt ausgeübte Beruf. Jedoch muss man beachten, dass es Versicherungen gibt, welche sich nur auf den zuletzt gemeldeten Beruf beziehen. Demnach ist es ratsam einen Berufswechsel bei seiner Versicherer zu melden.


Was beinhaltet der versicherte Beruf?

Aktuell gibt es mehrere hunderte bekannte Berufe und eine Vielzahl firmenspezifische Interpretierungen dieser. Aus diesem Grund ist es laut dem BGH Pflicht des Versicherten eine Beschreibung seines ausgeübten Berufes der Versicherung zu geben. In dieser Beschreibung ist der Umfang, die Häufigkeit und die Art der Tätigkeiten darzulegen.


wichtige Information

Wie die Berufsunfähigkeit pro Versicherungsgesellschaft bewertet wird, kann man downloaden und es ist zu empfehlen diese zu speichern.

Weiterhin kann diese Information beim Versicherungsberater eingeholt werden.


Arbeitsunfähigkeit vs. Berufsunfähigkeit vs. Erwerbsunfähigkeit

Viele Menschen haben erhebliche Probleme die Begriffe Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit richtig zu verstehen. Daher wird jetzt noch einmal kurz auf diese Differenzierung eingegangen.



Arbeitsunfähig


Arbeitsunfähig ist man, wenn durch einen Arzt bescheinigt wird, dass man vorübergehend seiner Arbeit nicht mehr ausüben kann. Jedoch besagt die Prognose, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder gesund werden.


Die „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ ist der bekannte gelbe Schein vom Arzt.


Wenn sie wegen hohem Fieber und Unwohlsein zum Arzt gehen und dieser eine Grippe bei ihnen feststellt, schreibt sie der Arzt für eine Woche krank. Er stellt eine Arbeitsunfähigkeit für eine Woche fest und geht von einer Genesung aus. Sie können in ihre vorher ausgeübte Arbeit zurückkehren.


Berufsunfähig


Berufsunfähig ist man, wie oben beschrieben, wenn durch eine Krankheit oder eine Körperverletzung der zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausübt werden kann oder dies schon nicht mehr getan wird.


Ein Arzt bescheinigt ihnen als Bäcker eine Mehlallergie. Er stellt eine dauerhafte Berufsunfähigkeit fest, da sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Sie können in ihre Arbeit nicht mehr zurückkehren, aber einen anderen Beruf ausüben.


Erwerbsunfähig


Erwerbsunfähig ist man, wenn durch Krankheit keine Arbeit, egal welche, über drei Stunden mehr ausgeübt werden kann. (§ 43 II S. 2 SGB VI )


Der Versicherungsnehmer hat ebenfalls die Möglichkeit eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.


Auf Grund eines Motorradunfalles ist ihr Gehirn so schwer verletzt worden, so dass sie dauerhaft nicht in der Lage sind sich länger auf eine Tätigkeit zu konzentrieren. Der Arzt stellt eine Erwerbsunfähigkeit fest. Sie können in ihre vorher ausgeübte Arbeit nicht mehr zurückkehren und auch keinen anderen Beruf für mehr als drei Stunden täglich ausüben.


Diese Kategorien dienen maßgeblich zur Unterscheidung der Versicherungsfälle und zeigen beispielsweise die detaillierte Differenzierung im deutschen Rechtsstaat.

Sollte ein Versicherungsnehmer beispielsweise eine gesundheitlich, länger andauernde Krankheit haben, sollte er auf jeden Fall seine Versicherungsunterlagen nochmal durchlesen bzw. zu seinem Versicherungsvertreter gehen, um die Situation auf den Versicherungsschutz zu prüfen. Tut der Versicherungsnehmer dies nicht, kann das ein großer finanzieller Verlust für ihn bedeuten.


Wer sollte eine BU-Versicherung abschließen?

Das Risiko einer Berufsunfähigkeit ist für jede Person gegeben. Circa jeder Vierte in Deutschland wird während seines Arbeitslebens berufsunfähig. Dabei sind die vermutlich großen Risiken von Herzerkrankungen oder Unfällen statistisch gesehen gering vertreten. Die häufigsten Gründe für die Berufsunfähigkeit sind Knochen- und Gelenkerkrankungen, Krebs und psychische Erkrankungen.

Als besonders auffällig ist die extrem steigende Zahl an psychischen Erkrankungen zu betrachten. Fast ein Drittel aller Berufsunfähigen leiden unter psychischen Problemen. Die Gesellschaft ist geprägt durch Stress und Leistungsdruck. Und vor allem in soziale Berufe wie Altenpfleger oder Sozialarbeiter sind Einschränkungen wegen psychischen Problemen oft vertreten.

Wer sollte eine BU-Versicherung abschließen?

Neben diesen allgemeinen Risiken existieren ebenso die Berufsspezifischen. So sind Herz-/Kreislauferkrankungen durch den Bewegungsmangel bei Büroarbeiter häufiger vertreten als Gelenkschäden, die bei Bauarbeitern weit verbreitet sind.

Jeder, egal welche Berufsgruppe, Alter, Bildung, Geschlecht sollte darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist eine Berufsunfähigkeitsabversicherung zu haben. Die Ursachen für Unfälle bzw. Erkrankungen liegen zum Beispiel in den Jobs selbst oder werden verursacht durch Sport oder Verkehr. Nachfolgenden werden die wichtigsten Berufsgruppen erörtert.


Arbeiter
Angestellte


Arbeitnehmer


Nicht einmal ein Viertel aller Arbeiter und Angestellte haben eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, obwohl jeder dritter Arbeiter und jeder fünfte Angestellte berufsunfähig wird. Der Vater Staat zahlt zwar eine Erwerbsminderungsrente, diese ist jedoch mit durchschnittlich 650€ brutto sehr gering. Außerdem muss der Arbeitnehmer mindestens fünf Jahre eingezahlt haben und in den letzten fünf Jahren vor der Erkrankung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben. Daher sollten ungefähr 80% des aktuelle Nettoverdienstes durch die BU-Versicherung abgedeckt sein, um bei einer Erkrankung finanziell abgesichert zu sein.

Selbstständige


Selbstständige / Freiberufler


Selbstständige und Freiberufler haben im Gegensatz zu Arbeitnehmern sehr selten Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, da der Anspruch nur besteht, wenn in den letzten fünf Jahren vor der Erkrankung mindestens drei Jahre Rentenbeiträge eingezahlt wurden. Mit Sorge ist demnach zu betrachten, dass Selbstständige und Freiberufler eher selten eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Somit ist die Existenz und finanziellen Absicherung bei Erkrankung stark gefährdet. So kann eine Berufsunfähigkeit von wenigen Monaten bereits die Selbstständigkeit beenden.


Wichtig für den Vertrag gegen Berufsunfähigkeit ist der Verzicht auf Umgestaltung des Betriebes von der Versicherung. Wird dies nicht ausgeschlossen, kann die Berufsunfäigkeitsversicherung vom Selbstständigen verlangen, den Betrieb auf eine Tätigkeit auszurichten, die er trotz seiner Erkrankung ausüben kann.


Schüler / Studenten / Auszubildende


Schüler / Studenten / Auszubildende


Eine Berufsunfähigkeitsrente kann bereits ab dem 15.Lebensjahr abgeschlossen werden. Je eher die Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, umso problemloser erfolgt die Gesundheitsprüfung und die Beiträge sind niedriger.


Zu beachten ist, dass Schüler in ungünstige Berufsklassen eingeordnet werden und dadurch zahlen sie hohe Beiträge. Aus diesem Grund ist es ratsam den Beginn der Ausbildung oder des Studiums abzuwarten.


Bei Auszubildenden ist darauf zu achten, dass der vollwertige Schutz erst mit Abschluss der Ausbildung in Kraft tritt. Tritt eine Erkrankung während der Ausbildung ein, kann die Berufsunfähigkeitsversicherung den Versicherten auf einen anderen Ausbildungsberuf verweisen.


Ähnliches gilt auch bei Studenten, nur dass Studenten die Möglichkeit haben spezielle Studententarife abzuschließen. Sollte der Versicherte zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sein, sein Studium zu beenden, wäre er berufsunfähig. Dieser Schutz ist jedoch mit bis zu 50% höheren Beiträgen und einem geringen Risiko in diesen jungen Lebensjahren dauerhaft zu erkranken zu überdenken.

Beamte
Soldat


Beamte / Soldaten


Der Staat bietet für Beamte und Soldaten die sogenannte Dienstunfähigkeit. Die Dienstunfähigkeit ist anders definiert als die Berufsunfähigkeit.


Eine Dienstunfähigkeit liegt vor, wenn auf Grund des körperlichen Zustandes oder aus gesundheitlichen Gründen der Dienst nicht mehr als drei Monate innerhalb der letzten sechs Monaten ausgeübt werden konnte. Jedoch behält sich der Staat vor, den Beamten oder Soldaten ein anderes zumutbares Amt zu übertragen. Ist die Dienstunfähigkeit unumgänglich, wird der Staatbedienstete in den Ruhestand geschickt.


Es ist jedoch zu beachten, dass eine Dienstunfähigkeit vorliegen kann, aber keine Berufsunfähigkeit, da eine vergleichbare Tätigkeit außerhalb des öffentlichen Dienstes möglich ist.


Für Beamte und Soldaten gibt es daher die Möglichkeit die sogenannte Dienstunfähigkeitsklausel in den Berufsunfähigkeitsvertrag mit aufzunehmen. Da es nur noch wenige Versicherungen gibt, die eine Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte anbieten, wird oft auf die Berufsunfähigkeitversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel zurückgegriffen.


Jetzt gibt es nur noch wenige Personen, welche nicht einer der oben genannten Gruppen zugeordnet werden können. Dies betrifft zum Beispiel die Hausfrauen. Hausfrauen haben keinen Arbeitgeber und sind nicht selbstständig, leisten dennoch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. So ist es auch für Hausfrauen möglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, um den Ausfall ihrer Arbeitskraft bei der Kinderbetreuung oder der Hauswirtschaft abzusichern und im Falle gesundheitlicher Beeinträchtigungen die eigene Arbeitskraft durch fremde Hilfe zu ersetzen.


Was ist vor dem Abschluss einer Berufsunfähigskeitsversicherung zu wissen?

Bevor die Entscheidung getroffen wird eine BU-Versicherung abzuschließen sind die nachfolgenden Hinweise zu geben.

Da die BU-Rente den Lebensunterhalt bei Beeinträchtigungen in der Ausübung des Jobs im Berufsleben im erheblichen Maße absichern soll, ist dies eine essentielle Vorsorgeversicherung. Diese ist nicht zwangsläufig teuer. Vor allem wenn das Eintrittsalter niedrig ist und der Versicherungsnehmer jünger, sind die Beiträge häufig günstiger.


Die Voraussetzung für den Versicherungsschutz ist, den Schutz bei der Versicherung zu beantragen. Die Antragsstellung erfolgt schriftlich an die Versicherung durch den Versicherungsnehmer.

Je nach Vertrag kann die Versicherung vorab eine optionale Gesundheitsprüfung durchführen. Bei dieser soll der aktuelle Gesundheitszustand sowie die gesundheitliche Vergangenheit des Antragsstellers geprüft werden. Dies kann von der Beantwortung von Gesundheitsfragen bis hin zu einem Check durch einen Experten sein. Ausschließen kann man diese Gesundheitsprüfung bei vielen Versicherungen.


Die Rentenhöhe ist individuell im Versicherungsvertrag festzulegen. Die vereinbarte Rentenhöhe kann auf zwei Arten erhöht werden.

  1. Die Beitragszahlung und damit die Rentenhöhe hat eine Dynamisierung – die sogenannte Beitragsdynamik. Dies heißt, dass die Beiträge jährlich um X Prozent erhöht werden und damit auch die Renten. Diese soll unter anderen der Inflation entgegen wirken.
  2. Der Berufsunfähigskeitsvertrag beinhaltet eine Nachversicherungsgarantie. Diese ermöglicht eine Rentenerhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung bei folgenden Lebensereignissen:
    • Arbeitsplatzwechsel
    • Aufnahme einer freiberuflichen/selbständigen Tätigkeit
    • Einkommenserhöhung um 10% und mehr
    • Geburt eines Kindes
    • Heirat/Scheidung
    • Immobilienfinanzierung


wichtige Information

Mit dem Abschluss einer Berufsunfähikeitsversicherung gibt der Versicherungsnehmer sensible Infos an die Versicherung.

Die privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen verpflichten sich der Datensicherheit für ihre Kunden.


Dies sind die grundlegenden Informationen die der Versicherungsnehmer wissen sollte, bevor er die Zeit investiert um die allgemeinen Konditionen der Versicherer zu studieren.


Welche Leistungen werden durch die Berufsunfähigkeitsversicherung erbracht?

Ist der Versicherte berufsunfähig, leistet der Versicherer eine Berufsunfähigkeitsrente. Diese Leistung soll die persönliche Lebensstellung absichern und gewährleisten, dass der Versicherte soviel BU-Rente bezieht, dass er zum Beispiel sein Eigenheim nicht verliert oder weiterhin mobil bleibt. Der Versicherungsnehmer muss gut darauf achten, dass im Versicherungsvertrag für ihn günstige Bedingungen enthalten sind. Folgende Leistungen erbringt die Bu-Versicherung:

  1. Rentenzahlung und Aufhebung der Beitragszahlungen
  2. Geltungsbereich
  3. Zahlungszeitpunkt
  4. Zuschüsse


1. Rentenzahlung und Aufhebung der Beitragszahlungen

Wenn eine Berufsunfähigkeit für den Versicherten während der Versicherungsdauer eintritt, zahlt der Versicherer die vertraglich festgelegte Berufsunfähigkeitsrente für die festgelegte Dauer. Zuzüglich muss kein Beitrag während dieser Zeit gezahlt werden.

Tritt eine Berufsunfähigkeit infolge Pflegebedürftigkeit für den Versicherten ein, zahlt die Versicherung einen vertraglich festgelegten Prozentsatz der Berufsunfähigkeitsrente. Dieser Prozentsatz hängt von der Pflegestufe des Versicherten ab. Dabei gilt, je höher der Versicherte in der Pflegestufe eingestuft ist, umso höher ist der Prozentsatz. Die Einstufung in die drei Pflegestufen erfolgt anhand der Bewertung der gewöhnliche und regelmäßige Tätigkeiten im Alltag. Außerdem muss kein Beitrag während der Zeit der Berufsunfähigkeit infolge Pflegebedürftigkeit gezahlt werden.


Zu beachten ist:

  • Anzeige und Anspruchszeitpunkt der Leistungen
  • Prüfung der Anzeige und des Leistungsanspruches
  • Ende der Leistungsansprüche


Anzeige und Anspruchszeitpunkt der Leistungen

Die Rentenzahlung und die Befreiung der Beitragspflicht erfolgt ab dem Beginn des Folgemonats nach der schriftlichen Mitteilung an die Berufsunfähigkeitsversicherung. Teilt der Versicherte der Versicherung die Berufsunfähigkeit erst später mit, wird die Rente ab Beginn des Monats der Mitteilung gezahlt und die Beitragspflicht ausgesetzt. Eine rückwirkende Zahlung für die vergangenen Monate wird nicht geleistet. Das gleiche gilt bei einer Erhöhung der Pflegestufe.


Prüfung der Anzeige und des Leistungsanspruches

Zwischen dem Zeitpunkt der Anzeige der Berufsunfähigkeit bei der Berufsunfähigkeitsversicherung und dem Zeitpunkt der Anerkennung der Berufsunfähigkeit durch die Versicherung kann es Unterschiede geben. In diesem Zeitraum, in welchem die Versicherung die Berufsunfähigkeit prüft, und darüber entscheidet, ob eine Rente gezahlt wird oder nicht, ist der Versicherte verpflichtet weiterhin die Versicherungsbeiträge zu zahlen. Wird die Berufsunfähigkeit rückwirkend anerkannt, werden die Versicherungsbeiträge wieder zurück gezahlt.


Ende der Leistungsansprüche

Die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt die Rentenzahlungen ein und die Beiträge müssen durch den Versicherten wieder gezahlt werden, wenn:

  • keine Berufsunfähigkeit mehr vorliegt
  • der Versicherte stirbt
  • mit Ablauf der Versicherungsdauer
  • mit Ablauf der Leistungsdauer


2. Geltungsbereich

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt in der Regel weltweit.


3. Zahlungszeitpunkt

Die Berufsunfähigkeitsrente wird am Anfang des Monats gezahlt.


4. Zuschüsse

Die Versicherung beteiligt ihre Kunden an den erwirtschafteten Überschüssen und an den Bewertungsreserven. Diese Art von Prämien sind in der deutschen Versicherungsbranche verbreitet. Es sind Regelungen, die im Versicherungsvertrag verankert sind. Diese werden nicht vorbehalten, sonder in der Überschussbeteiligung berechnet und dem Versicherten mitgeteilt.


Überschussbeteiligung – Wie erfolgt diese?

Laut §153 des Versicherungsvertragsgesetzes steht jedem Versicherten eine Überschussbeteiligung zu. Die Ermittlung der Überschüsse und Bewertungsreserven wird streng nach dem HGB ermittelt und jährlich im Geschäftsbericht veröffentlicht. Die Überschussbeteiligung wird durch einen Rechner ermittelt und gehört in jeden Vertrag. Von der Prämienhöhe profitieren die Versicherungskunden deutlich in späteren Versicherungsjahren und nicht am Anfang. Zu Beginn enthält die Berechnung der Prämie die Verwaltungskosten, wodurch sich die Beteiligungen reduzieren. Drei Fragen stellen sich in diesem Zusammenhang:

  1. Wie erfolgt die Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer insgesamt?
  2. Wie erfolgt die Überschussbeteiligung bei jedem Versicherungsnehmer konkret?
  3. Wird die Überschussbeteiligung garantiert?
Überschussbeteiligung – Wie erfolgt diese?


1. Wie erfolgt die Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer insgesamt?

Die erwirtschafteten Überschüsse werden für Beitragsrückerstattungen zurückgestellt oder kommen durch eine Gutschrift direkt dem Versicherten zu Gute.


Die erwirtschafteten Überschüsse stammen aus drei Quellen:


Kapitalerträge


Die Versicherungsnehmer erhalten von den Nettoerträgen der Kapitalanlagen 90%. Von diesen 90% werden zuerst die garantierten Leistungen abgezogen. Die verbleibenden Erträge werden für die Überschussbeteiligung der Versicherten genutzt. Dabei ist zu beachten, dass die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung sehr eng kalkuliert sind. Dadurch decken diese das Berufsunfähigkeitsrisiko und die Kosten und es verbleiben nur geringfügige Beträge zur Verfügung um Kapital zu bilden, um aus diesen Kapitalerträge entstehen lassen zu können. Aus diesem Grund entstehen ebenfalls geringe Bewertungsreserven, welche jährlich ermittelt und verteilt werden.


Risikoergebnisse


Das Berufsunfähigkeitsrisiko ist der wichtigste Einflussfaktor für die Entwicklung der Überschüsse. Sind die Aufwendungen für Rentenzahlungen geringer als vorher kalkuliert, bleibt ein Überschuss. An diesen Überschüssen werden die Versicherten zu mindestens 75% beteiligt.


übrige Ergebnisse


Übrige Überschüsse entstehen zum Beispiel durch niedriger Kosten als vorher kalkuliert oder Einnahmen aus Dienstleistungen. Aus diesen Überschüssen werden mindesten 50% an die Versicherten weitergegeben.


2. Wie erfolgt die Überschussbeteiligung bei jedem Versicherungsnehmer konkret?

Um die versicherten Risiken zu berücksichtigen, werden gleichartige Versicherungen zu Gewinngruppe zusammengefasst. Je nach Gewinngruppe und deren Beitrag zur Entstehung der Überschüsse werden die Überschüsse verteilt. Die eingeteilte Gewinngruppe steht in jedem Versicherungsschein.

Die Berechnungsgrundsätze zur Überschussbeteiligung wie zum Beispiel:

  • Fälligkeiten wie Stichtag der Zuteilung oder Wartezeiten
  • Form und Verwendung wie laufende Überschussanteile oder Barauszahlungen
  • Bemessungssätze
  • Rechnungssätze zur Berechnung der Beiträge

sind unternehmensindividuell und stehen in den einzelnen Versicherungsverträgen.


3. Wird die Überschussbeteiligung garantiert?

Die Faktoren, welche die Höhe der Überschussbeteiligungen beeinflussen, sind vielfältig, nicht vorhersehbar und begrenzt beeinflussbar. Die wichtigsten Faktoren sind die Entwicklung des Berufsunfähigkeitsrisikos, des Kapitalmarktes und die Kosten.


Wann beginnt der Versicherungsschutz und wann ist dieser ausgeschlossen?

Ab wann der Versicherungsschutz gilt, steht im Versicherungsvertrag, jedoch ist der Vertragbeginn frühestens mit der Unterzeichnung des Vertrags. Der Versicherungsschutz kann entfallen, wenn der Kunde die Versicherungsbeiträge nicht rechtzeitig zahlt.


Weiterhin gibt es noch folgende Situationen, in welchen die Rentenzahlung wegen Berufsunfähigkeit ausgeschlossen ist:

Der Versicherte wird berufsunfähig, weil…

Straftat

…er eine Straftat ausgeführt oder versucht hat

Innere Unruhen

…er bei inneren Unruhen auf Seiten der Unruhestifter mitwirkte

Krankheit absichtlich herbeiführen

…er eine Krankheit absichtlich herbeiführte (außer der Versicherte hat eine Geisteskrankheit, welche keine freie Willensbestimmung zulässt)

Kernenergie

…er durch Strahlen in Folge von Kernenergie verletzt wurde und eine Behörde zur Abwehr dieser Gefahr tätig wurde


absichtlich selbst verletzten oder ein Selbstmordversuch

…er sich absichtlich selbst verletzte oder einen Selbstmordversuch begang (außer der Versicherte hat eine Geisteskrankheit, welche keine freie Willensbestimmung zulässt)

Kriegsereignisse

…er durch Kriegsereignisse innerhalb von Deutschland verletzt wurde oder aktiv an Kriegsereignissen außerhalb von Deutschland mitwirkte

Einsatz von atomaren, chemischen, biologischen Waffen oder Kriegsereignisse außerhalb von Deutschland

…er durch einen vorsätzlichen Einsatz von atomaren, chemischen, biologischen Waffen/Stoffen verletzt wurde, welche viele Menschen verletzen sollten oder aktiv an Kriegsereignissen außerhalb von Deutschland mitwirkte


In den oben genannten Fällen zahlt der Versicherer keine Rentenbeiträge. Der Rückschluss aus diesen Fällen kann folgender Maßen zusammen gefasst werden:

Die Rentenzahlung wegen Berufsunfähigkeit erfolgt, wenn der Versicherte nicht absichtlich, nicht grob fahrlässig oder auf Grund einer gesellschaftlichen Katastrophe berufsunfähig wird.

Absichtlich oder auch vorsätzlich ist eine Handlung, wenn die voraussichtliche Folge aus dieser Handlung absehbar bzw bekannt ist. Hackt man sich zum Beispiel bewusst den kleinen Finger ab, um als Handwerker berufsunfähig zu werden, ist dies ein fataler Fehler, die Berufsunfähigkeitsrente wird nicht ausgezahlt.

Fahrlässigkeit bedeutet wiederum die Handlung sorglos und unvorsichtig durchzuführen. Ist zum Beispiel der kleine Finger durch eine falsche Bedienung einer Kreissäge abgetrennt worden, ist dies ebenfalls ein Grund die Rentenzahlung zu verweigern.


Sehr strittige Krankheitsbilder sind Depressionen und Alkoholismus. In diesen beiden Fällen prüft die private Berufsunfähigkeitsversicherung inwieweit eine Vorerkrankung bestand und angegeben wurde bzw. nicht angegeben wurde. Beide Fälle werden von den Versicherungen äußerst genau geprüft.


Anzeigepflicht – Was ist das und welche Folgen hat deren Verletzung?

Der zukünftige Versicherte muss vor dem Vertragsabschluss in Bezug auf bekannte maßgebliche Zustände wie Vorerkrankungen oder berufliche Umstände wahrheitsgemäße Angaben machen. Die Auskunftspflicht ist gegeben, wenn die Versicherung schriftlich nach diesen Umständen fragt und die Versicherung den Antrag auf Versicherungsschutz noch nicht angenommen hat. Wenn ein gesetzlicher Vertreter falsche Angaben zu dem Versicherten macht, obwohl er den Umstand kennt, wird dies gewertet als wenn der Versicherte selbst gelogen hat. Diese Klauseln sind wesentlich für das Versicherungswesen und Versicherungskunden sind angewiesen die Fakten und ihr Wissen über aktuelle oder vergangene Beschwerden offen darzustellen.


Der Versicherer kann bei falschen Angaben

  1. vom Vertrag zurücktreten
  2. den Vertrag ändern
  3. den Vertrag kündigen
  4. den Vertrag anfechten
Anzeigepflicht


Bevor einer dieser Fälle eintritt ist allgemein zu beachten, dass die Versicherung bei 1.-3. den Versicherten ausdrücklich, gesondert und schriftlich über die Folgen einer Anzeigepflichtverletzung informiert haben muss. Weiterhin kann die Berufsunfähigkeitsversicherung 1.-3. nicht durchführen, wenn sie die Wahrheit kannte. Außerdem muss bei 1.-3. die Versicherung den Versicherten innerhalb eines Monats nach Bekanntwerden der Verletzung der Anzeigepflicht den Versicherten schriftlich in Kenntnis setzen und den Grund angeben. Ist der Vertragsabschluss länger als fünf Jahre her, kann die Versicherung 1.-3. nicht mehr durchführen, außer die Täuschung war vorsätzlich oder arglistig. Dann beträgt die Frist zehn Jahre. Tritt die Berufsunfähigkeit innerhalb dieser fünf bzw. zehn Jahre ein, kann der Versicherer auch länger als fünf bzw zehn Jahre 1.-3. durchführen.



1. Rücktritt durch die Versicherung


Wenn die Anzeigepflicht verletzt wird, kann die Versicherung vom Vertrag zurücktreten. Dieser Rücktritt kann nicht erfolgen, wenn nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt wurde. Außerdem kann der Rücktritt nicht erfolgen, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung den Vertrag auch mit anderen Bedingungen abgeschlossen hätte. Tritt der Versicherer vom Vertrag zurück, besteht kein Versicherungsschutz mehr.


Ist der Versicherte bereits berufsunfähig und die falsche Angabe war nicht arglistig, zahlt die Versicherung dennoch die Berufsunfähigkeitsrente, wenn die falschen Angaben keinen Einfluss auf die Berufsfähigkeit und die Rentenzahlungen haben.


Wird der Vertrag durch einen Rücktritt aufgehoben, wird der Rückkaufswert erstattet, aber nicht die Beiträge.


2. Änderung durch die Versicherung


Kann die Versicherung nicht zurücktreten und nicht kündigen, kann sie die Vertragsbedingungen rückwirkend ändern. Hat der Versicherte die Anzeigepflicht nicht verletzt, kann der Versicherer die Vertragsbedingungen erst ab der aktuellen Versicherungsperiode ändern. Stimmt der Versicherte diesen Änderungen nicht zu, kann dieser innerhalb eines Monats den Vertrag kündigen, wenn:


  • sich der Beitrag um mehr als 10% erhöht
  • der Versicherungsschutz für den nicht angezeigten Umstand ausgeschlossen wird



3. Kündigung durch die Versicherung


Ist ein Rücktritt nicht möglich, kann der Vertrag durch die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Kündigungsfrist von einem Monat kündigt werden. Die Kündigung kann wie beim Rücktritt nicht erfolgen, wenn die Versicherung den Vertrag auch mit anderen Bedingungen abgeschlossen hätte. Erfolgt dennoch die Kündigung des Berufsunfähigkeitsvertrages wandelt sich dieser in einen beitragsfreien Vertrag um.


4. Anfechtung durch die Versicherung


Sind die angegebenen Daten bei Versicherungsabschluss nicht richtig oder unvollständig, kann die Berufsunfähigkeitsversicherung den Vertrag als nichtig erklären lassen. Der Vertrag ist somit rückgängig zu machen. Diese Anfechtung kann auch erfolgen, wenn der Versicherte keine Kenntnis über die Verletzung der vertraglichen Verpflichtungen hatte. Wie bei einem Rücktritt, wird der Rückkaufswert erstattet, aber nicht die Beiträge.


Wird auf Grund einer falschen Angabe der Vertrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung angepasst, um den Versicherungsschutz wieder herzustellen, gelten die Bedingungen für die Anzeigepflicht als hätte vorher kein Vertrag bestanden.


Da die Erklärungen zum Rücktritt, zur Kündigung, zur Änderung oder zur Anfechtung dem Kunden gegenüber schriftlich durch die Versicherung zu erklären ist, ist der Versicherte der Empfänger dieser Nachricht. Ist der Versicherte verstorben, wird diese Erklärung an den Bezugsberechtigten geschickt. Normalerweise ist der Bezugsberechtigte der Versicherungsnehmer. Jedoch im Falle des Todes des Versicherungsnehmers wird eine Person im Vertrag festgelegt, welche anstelle des Verstorbenen die Versicherungsleistungen erhält. Wurde kein Bezugsberechtigter festgelegt erhält der Inhaber des Versicherungsscheines die Erklärung zum Rücktritt, zur Kündigung, zur Änderung oder zur Anfechtung.


Weiterhin muss der Versicherte jeglich Änderung seiner Anschrift oder seines Namens der Versicherung melden. Versäumt dies der Versicherungsnehmer und die Berufsunfähigkeitsversicherung versendet ein Einschreiben an eine nicht aktuelle Adresse, gilt das Einschreiben trotzdem drei Tage nach Absendung als zugestellt.


Was muss beachtet werden, wenn der Versicherte berufsunfähig wird oder eine höher Pflegestufe eintritt?

Wenn der Versicherte berufsunfähig wird oder in eine höhere Pflegestufe eingestuft wird, ist die Berufsunfähigkeitsrente da, um den Lebensstandard weiter aufrechtzuerhalten. Um diese Rente monatlich ausgezahlt zu bekommen, muss der Versicherte der Versicherung bestimmte Nachweise bringen.


Folgende Nachweise muss der Versicherte auf seine Kosten der Versicherung erbringen:

  1. Geburtsurkunde
  2. schriftliche Beschreibung der Ursache, warum man berufsunfähig geworden ist
  3. ausführliche Aufstellung aller Ärzte, Krankenhäuser, Pflegekräfte sowie ausführliche Berichte von den Ärzten über
    • Ursache – Warum hat der Versicherte die Krankheit, welche zur Berufsunfähigkeit führt?
    • Beginn – Seit wann hat der Versicherte diese Krankheit?
    • Art – Welche Krankheit hat der Versicherte?
    • Verlauf – Wie ist der Krankheitsverlauf bisher gewesen?
    • Dauer – Seit wann und wie lang wird der Versicherte diese Krankheit haben?
    • Grad – Wie schwerwiegend ist der Versicherte erkrankt?

    der Berufsunfähigkeit bzw. die Pflegestufe

  4. Beschreibung der zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeit und die berufliche Einschränkungen
  5. Einkommen aus der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
  6. Bescheinigung der Person oder der Einrichtung, welche den Versicherten pflegt


Folgende Nachweise können auf Kosten des Versicherers noch zusätzlich gefordert werden:

  1. weitere ärztliche Gutachten
  2. weitere Nachweise über die Einkünfte und Ausgaben des Versicherten
  3. genauere Auskünfte


Wenn der Versicherte eine Erhöhung der Rente wegen einer höheren Pflegestufe beantragt, müssen ebenfalls die oben aufgezählten Nachweise erbracht werden.


Nachdem die Berufsunfähigkeitsversicherung alle notwendigen Informationen hat, werden diese geprüft und die Höhe des Rentenanspruch ermittelt. Erst wenn die Versicherung die Berufsunfähigkeit anerkannt hat, wird der Versicherte schriftlich darüber informiert, ob er Rente erhält und wie viel Rente er bekommt. Und erst dann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung die Rente aus. Daher ist es wichtig so schnell wie möglich alle Informationen dem Versicherer zur Verfügung zu stellen. Werden diese Nachweise nicht erbracht, kann im schlimmsten Falle die Versicherung die Auszahlung der Rente verweigern. Dauert die Prüfung zum Beispiel zu lang und der Versicherte kann sein Leben nicht mehr bestreiten, kann im Ausnahmefall eine vorläufige und befristete Anerkennung der Berufsunfähigkeit erfolgen und die Rente gezahlt werden. Dies wird aber wie bereits erwähnt nur in Ausnahmefällen gemacht.


Im Zuge der Leistungsprüfung und des Leistungsfalles spielt die Arztanordnungsklausel für die Betroffenen eine erhebliche Rolle. Der Versicherungsgeber hat die Möglichkeit den Versicherten einen Arztbesuch und die Aufnahme einer ärztlich empfohlenen Heilbehandlung anzuweisen. Die ist zum Beispiel das Tragen einer Sehhilfe oder Stützstrümpfe, der Entzug bei einer Suchterkrankung oder die Diät bei Fettleibigkeit. Folgt der Versicherte dieser Aufforderung nicht, kann die Berufsunfähigkeitsversicherung die Auszahlung der BU-Rente verweigern. Die Diagnose, Einschätzung des Krankheits- und Genesungszustandes sowie des Prognosezeitraums erfolgt immer durch Gutachter und Experten. Inwieweit Behandlungen durch Heilpraktiker von der Versicherung akzeptiert werden, ist bei der Versicherungsgesellschaft zu erfragen. Da dies Arztanordnungsklausel in den Verträgen oft sehr schwammig beschrieben ist, bieten immer mehr Versicherungsgesellschaften Berufsunfähigkeitsversicherungen ohne die Arztanordnungsklausel an.


Was passiert nach der Anerkennung der Berufsunfähigkeit?

Nach der Anerkennung der Berufsunfähigkeit sind drei wichtige Aspekte zu beachten:

  1. Nachprüfung
  2. Mitteilungspflicht
  3. Leistungsfreiheit


1. Nachprüfung

Nachprüfung

Ist die Berufsunfähigkeit durch die Berufsunfähigkeitsversicherung anerkannt, schützt dies nicht vor regelmäßigen Kontrollen.

Wird die Berufsunfähigkeitsrente nur befristet ausgezahlt, steckt bereits in der Befristung, dass nach Ablauf einer gewissen Zeit das Bestehen der Berufsunfähigkeit nachgeprüft wird.

Doch auch bei einer unbefristeten Anerkennung der Berufsunfähigkeit hat der Versicherer das Recht in regelmäßigen Abständen das Fortbestehen der Berufsunfähigkeit zu prüfen.

Auch die Pflegestufe kann regelmäßig kontrolliert werden.


 

In dieser Nachprüfung werden nicht nur der gesundheitliche Zustand geprüft, sondern auch die Fähigkeit zu arbeiten. In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, ob der Kunde in seinem Versicherungsvertrag die abstrakte Verweisung mit aufgenommen hat oder nicht. Ist laut Vertrag die abstrakte Verweisung nicht zulässig, prüft die Berufsunfähigkeitsversicherung, ob der Versicherte wieder eine Tätigkeit ausführt. Dabei ist zu beachten, dass neue berufliche Fähigkeiten durch den Versicherer mit berücksichtigt werden und nicht nur die Tätigkeit, welche vor Eintritt der Berufsunfähigkeit ausgeübt wurde. Das heißt, übt der Versicherte mittlerweile eine neuen Tätigkeit aus, wird dies in einer Nachprüfung der Berufsunfähigkeit mit berücksichtigt. Anders ist es, wenn ein abstrakten Verweis im Versicherungsvertrag verankert ist. Hier wird nicht nur die tatsächliche Ausübung eines neuen Berufes mit eingerechnet, sondern aus die Möglichkeit eine andere Tätigkeit aufzunehmen. Das heißt, ob der Versicherte in der Lage ist einen anderen Beruf auszuüben. Auch in diesem Fall werden neu erworbene berufliche Fähigkeiten mit eingerechnet.


 

Eine Nachprüfung kann von dem Versicherer einmal jährlich erfolgen.

Die Nachprüfung kann folgendes beinhalten:

  • Auskünfte von dem Versicherten zum Verlauf und zur aktuellen Lage der Berufsunfähigkeit
  • Umfassende Untersuchung durch Ärzte (Die Kosten für diese Untersuchung trägt die Versicherung).


Mitteilungspflicht

2. Mitteilungspflicht

Während der gesamten Zeit der Berufsunfähigkeit, in welcher der Versicherte die Rente von der Versicherung erhält, ist der Versicherte verpflichtet Änderungen sofort dem Versicherer zu melden.

Natürlich nur die Änderungen, welche mit der Berufsunfähigkeit zu tun haben wie z.B. gesundheitliche Verbesserungen oder die erneute Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit.


3. Leistungsfreiheit

Leistungsfreiheit

Verbessert sich die gesundheitliche Lage des Versicherten oder nimmt dieser eine neue berufliche Tätigkeit auf, prüft der Versicherer, ob immer noch eine Berufsunfähigkeit besteht. Liegt keine Berufsunfähigkeit mehr vor, teilt die Versicherung dem Versicherungsnehmer schriftlich mit, dass die Rentenzahlungen eingestellt werden. Die Berufsunfähigekitsversicherung muss nach der schriftlichen Erklärung noch weitere drei Monate die Berufsunfähigkeitsrente zahlen, mit Ablauf des dritten Monats entfällt dann die Rentenzahlung. Da der Versicherte dann nicht mehr berufsunfähig ist, muss nach diesen drei Monaten wieder der Versicherungsbeitrag an die Versicherung gezahlt werden. Besteht nach der Prüfung weiterhin eine Berufsunfähigkeit, aber es ist eine verbesserte Pflegestufe festgestellt worden, wird die Rente an die Pflegestufe angepasst.


Diese drei Punkte – Nachprüfung, Mitteilungspflicht und Leistungsfreiheit – sind nach der Anerkennung gewissenhaft zu beachten. Stellt die Berufsunfähigkeitsversicherung fest, dass der Kunde der Versicherung Informationen vorenthält oder aktiv der Versicherung falsche Informationen gibt, zahlt die private Berufsunfähigkeitsversicherung keine Rente. Wichtig ist, dass die Versicherung die Rentenzahlung in diesen Fällen nur einstellen darf, wenn sie dem Kunden der Versicherug vorab schriftlich mitgeteilt hat, welche Folgen es hat, wenn der Versicherte seine Informationspflicht nicht nachkommt. Vermutet die Versicherung, dass der Versicherte seiner Informations- und Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen ist, muss der Versicherungsnehmer beweisen das es nicht so ist. Gibt der Versicherungsnehmer zu einem späteren Zeitpunkt der Berufsunfähigkeitsversicherung die Informationen bekannt, muss die Versicherung ab diesen Monat die Berufsunfähigkeitsrente zahlen.


Wer erhält die Rentenauszahlung?

Bei der Rentenauszahlung ist der Versicherungsschein ein wichtiges Dokument. Der Versicherungsschein wird von der Versicherung in Textform zum Beispiel per E-Mail oder Brief an den Versicherungsnehmer übersandt. Wird dieser per Brief übermittelt, liegt eine Urkunde vor. Die Ausstellung einer Urkunde kann der Versicherungsnehmer von der Versicherung verlangen.

Relevant dabei ist, wer in der Urkunde als Inhaber namentlich benannt ist. Denn der Inhaber der Urkunde und nicht der Besitzer der Urkunde besitzt das Recht Änderungen in dem Vertrag vorzunehmen und vor allem die Rente zu beziehen. So ist es zum Beispiel bei einem Diebstahl des Versicherungsschein nicht möglich, dass der Dieb Änderungen im Versicherungsvertrag vornimmt. Denn der Dieb ist zwar im Besitz der Urkunde, jedoch ist er nicht der namentlich genannte Inhaber der Urkunde.

Zuzüglich hat die Berufsunfähigkeitsversicherung das Recht, dass der Besitzer sowie auch der Inhaber der Versicherung einen Nachweis über seine Berechtigung erbringt – zum Beispiel in Form eines Personalausweises.

Rentenauszahlung


Der Inhaber des Versicherungsscheins kann die Person bestimmen, welche die Rente erhält. Das kann der Versicherungsnehmer selbst sein oder eine andere Person. Die Bestimmung eine andere Person als Bezugsberechtigten ist widerruflich oder unwiderruflich und schriftlich zu erklären. Ist das Bezugsrecht widerruflich, ist es möglich für jede Rentenzahlung eine andere Person zu bestimmen, welche die Rente ausgezahlt bekommt. Ist das Bezugsrecht unwiderruflich, ist es für den Inhaber nur mit Zustimmung dieser bezugsberechtigten Person möglich eine neue bezugsberechtigte Person festzulegen.

Es ist ebenso möglich, die Rentenzahlung ganz oder teilweise an Dritte abzutreten oder zu verpfänden.

Die Änderung des Bezugsberechtigten oder eine Abtretung bzw. Verpfändung der Rentenzahlung tritt erst dann in Kraft, wenn der aktuell Berechtigte der Versicherung dies schriftlich mit einer Unterschrift macht.

Die Rentenauszahlung selbst kann auch international erfolgen, wenn der Kunde der Versicherung im Ausland lebt.


Beitragszahlung – Was ist zu beachten?

Wie bei vielen anderen Verträgen kann auch der Berufsunfähigkeitsbeitrag monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich gezahlt werden. Die Zahlungsperioden sind in dem Versicherungsvertrag festzuhalten. Jeweils am Anfang der Zahlungsperiode muss gewährleistet sein, dass der Beitrag auf dem Konto der Berufsunfähigkeitsversicherung eingegangen ist. Die Kosten (z.B. Überweisungskosten der Bank) sowie die Gefahr (z.B. falscher Überweisungsempfänger) für die Zahlung ist von dem Versicherungsnehmer zu tragen. Erfolgt die Zahlung durch eine Einzugsberechtigung (Lastschriftverfahren) hat der Versicherungsnehmer dafür zu sorgen, dass das Konto gedeckt ist und der fällige Betrag eingezogen werden kann. Kann der Betrag nicht eingezogen werden, muss der Versicherungsnehmer sofort nach Zahlungsaufforderung überweisen. Sollte sich eine Beitragszahlung und eine Rentenzahlung überlappen, werden diese miteinander verrechnet, so dass dem Versicherungsnehmer kein Schaden entsteht.


Was passiert, wenn ich die Beiträge nicht rechtzeitig bezahle?

Die Beiträge nicht rechtzeitig an die Versicherung zu bezahlen, kann sich negativ auf den Versicherungsnehmer auswirken.

Wird der erste Beitrag oder ein Einmalbeitrag nicht rechtzeitig überwiesen, ist der Versicherung freigestellt vom Vertrag zurückzutreten. Die bis dahin entstanden Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung zum Beispiel für ärztliche Untersuchungen kann die Versicherung vom Versicherten zurück verlangen. Wird der Versicherte berufsunfähig und hat er den ersten Beitrag oder eine Einmalzahlung nicht fristgerecht gezahlt, kann die Versicherung auch in diesem Falle vom Vertrag zurücktreten und der Versicherte erhält keine Berufsunfähigkeitsrente. In diesem Falle sollte der Versicherungsnehmer seinen Versicherungsvertrag überprüfen, da die Berufsunfähigkeitsversicherung verpflichtet ist auf diese Folge im Versicherungsschein hinzuweisen.


Wird ein Folgebeitrag nicht rechtzeitig überwiesen, setzt die Versicherung auf Kosten des Versicherungsnehmers eine Zahlungsfrist von mindestens zwei Wochen. Ist die Frist abgelaufen, kann die Versicherung ohne Kündigungsfrist den Vertrag kündigen. Um die Kündigung rechtskräftig zu machen müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Versicherungsnehmer hat den Beitrag, die Zinsen oder Kosten noch immer nicht an die Berufsunfähigkeitsversicherung gezahlt hat.
  • Die Versicherung hat den Versicherungsnehmer schriftlich auf die Kündigung bei Nichtzahlung hingewiesen.

Der Versicherung ist freigestellt, ob sie die Kündigung bereits mit der Fristsetzung erklären oder erst mit Ablauf der Frist schriftlich dem Versicherten erklären. Letzte Möglichkeit den Vertrag aufrecht zu erhalten, ist den geforderten Betrag innerhalb eines Monats nach Kündigung der Versicherung zu überweisen.


wichtige Information

Solang der fällige Versicherungsbetrag nicht rechtzeitig an die private Berufsunfähigkeitsversicherung gezahlt wurde, besteht nur ein verminderter oder gar kein Versicherungsschutz. Dass heißt, wird der Versicherungsnehmer berufsunfähig und hat den Versicherungsbeitrag nicht rechtzeitig gezahlt, zahlt die Versicherung nur eine geringere Rente oder gar keine Rente.


Wie kann der Berufsunfähigkeitsvertrag beitragsfrei gestellt oder gekündigt werden?

Es kann unterschiedliche Gründe geben einen Versicherungsvertrag beitragsfrei zustellen. Jedoch ist eine Beitragsbefreiung nur im äußersten Falle ratsam, da eine Freistellung vor allem in den ersten Jahren viele negative Auswirkungen auf den Versicherungsnehmer hat.


Freistellung und Kündigung

Die Beitragsfreistellung muss schriftlich bei der Versicherung beantragt werden. Die Freistellung kann teilweise oder vollständig zum Periodenende beantragt werden. Erfolgt die Freistellung, dann:

  • Es wird von dem bereits gebildeten Betrag rückständige Beiträge abgezogen.
  • Es wird eine Ausgleichssumme vom bereits gebildeten Betrag abgezogen. Der Ausgleich erfolgt, da sich das gesamte Risikokapital aller Versicherten ändert. Die Höhe der Summe ist individuell im Versicherungsvertrag festzulegen.
  • In den ersten Jahren ist die Höhe der beitragsfreien Rente sehr gering, da in diesen Jahren Abschluss- und Vertriebskosten und Risikobeiträge verrechnet werden.


Wird der Versicherte nach der Beitragsfreistellung berufsunfähig, erhält er verminderte Rentenzahlung. Die voraussichtlich Höhe der Rentenzahlung bei Beitragsfreistellung teilt die Berufsunfähigkeitsversicherung dem Versicherten einmal jährlich mit. Ist die beitragsfreie Rente laut dem Versicherungsvertrag zu gering, zahlt die Versicherung den berechneten Betrag sofort vollständig aus (Rückkaufswert).


Ist der Versicherungsnehmer gewillt den Berufsunfähigkeitsvertrag zu kündigen, muss dies der Versicherung schriftlich mitgeteilt werden. Der Vertrag wandelt sich dann automatisch in einen beitragsfreien Vertrag mit allen oben stehenden Bedingungen um. Eine Rückzahlung der Beiträge selbst wird von der Berufsunfähigskeitsversicherung nicht erfolgen.


Wie erfolgt die Verrechnung der Kosten?

Die Kosten wie zum Beispiel Abschluss- und Vertriebskosten sind in den Beitrag für die Versicherung mit inbegriffen. Unter den Abschluss- und Vertriebskosten sind unter anderem Provisionen, Werbungskosten und Aufwendungen für die Vertragsprüfung und Vertragsunterlagen zu verstehen. Weitere Kosten sind zum Beispiel Verwaltungskosten während der Vertragslaufzeit.

Die genaue Höhe und Verrechnung der Kosten ist im Versicherungsvertrag beschrieben. So werden bestimmte Kosten vorrangig in der Anfangszeit verrechnet, andere Kosten über die gesamte Laufzeit des Vertrages.

Weiterhin kann die Versicherung zusätzliche Kosten dem Versicherungsnehmer in Rechnung stellen. Diese Kosten sind individuell im Versicherungsvertrag nachzulesen.


Was ist bei Rechtsfragen zu beachten?

Ein Berufsunfähigkeitvertrag wird wie jeder andere Vertrag zwischen zwei Parteien geschlossen. Zwischen diesen Parteien kann es zu Meinungsverschiedenheiten kommen. Dem Betroffenen wird demnach geraten, sich immer seine Rechte bewusst zu machen und die Tatsachen der Berufsunfähigkeitsversicherung darzulegen, um ein gegeneinander zu vermeiden. Droht dennoch ein Rechtsstreit hilft es einen kompetenten Berater der privaten Rechtsschutz zu Rate zuziehen. Zieht es eine Partei vor rechtliche Schritte gegen die andere Partei einzuleiten, ist das Gericht zuständig, in welchem der Versicherungsnehmer seinen Wohnsitz hat. Nur wenn eine Klageerhebung gegen die Versicherung besteht, kann die Anklage auch in dem Gerichtsbezirk erhoben werden, in welchen die Versicherung ihren Sitzt hat. Prinzipiell unterliegen Rechtsfragen eines deutschen Versicherungsnehmers dem Recht der BRD, wenn ein deutscher Wohnsitz nachgewiesen werden kann. Ist der Versicherte dauerhaft im Ausland gemeldet, sind ausschließlich Gerichte des Staates zuständig, in welchem die Berufsunfähigkeitsversicherung ihren Sitz hat.

Rechtsfragen


Kann die BU-Versicherung bei der Steuererklärung angesetzt werden?

Um die Belastung für die Absicherung einer Berufsunfähigkeit so gering wie möglich zu halten, sollte der Versicherte nicht vergessen seine Beiträge zur BU-Rente in der Steuererklärung mit anzugeben. Um Steuern zu sparen, gibt es zwei Tricks.



selbstständigen BU-Versicherung


Die monatlichen Beiträge einer selbstständigen BU-Versicherung, bezeichnet als SBU, können nach § 10 Abs.1 Nr 3a des Einkommensteuergesetz unter „Sonderausgaben für andere Versicherungen“ in der Steuererklärung angesetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass sie sich nur unter bestimmten Kriterien günstiger auf die Steuererklärung auswirken. Und zwar in dem Fall, wenn die Summe der Beiträge für die Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Rentenversicherung, Lebensversicherung und Risikoversicherung im Jahr folgende Höchstgrenzen nicht überschreiten:


  • für Angestellte, Beamte, Rente: 1.900€
  • für Selbstständige: 2.800€


(Bürgerentlastungsgesetz – „Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen“ von 2010)


Liegt die Summe darüber, wirken sich die Kosten der BU-Versicherung nicht mehr steuerlich aus.


BU-Zusatzversicherung


Wurde eine BU-Zusatzversicherung im Rahmen einer Rürup-Rente abgeschlossen gelten weitaus höhere Höchstgrenzen:


  • für Singles: 20.000€
  • für Verheiratete: 40.000€


wichtige Information

Um jedoch eine richtige Steuererklärung einzureichen und die Beiträge an der richtigen Stelle einzutragen, ist es ratsam eine Beratung in einem Lohnsteuerhilfeverein in Anspruch zu nehmen oder sich entsprechende deutsche Literatur zu kaufen.


BU-Rente und die Steuererklärung – Was ist zu beachten?

Ist der Schadensfall und somit die Berufsunfähigkeit nicht abwendbar, wird die BU-Rente von der Berufsunfähigkeitsversicherung ausgezahlt. Die BU-Rente dient der Grundsicherung, um den finanziellen Status wie im früheren Arbeitsleben abzusichern. Somit soll zum Beispiel gewährleistet bleiben, dass der Versicherte in seiner Immobilie/Haus wohnen bleiben kann oder seine Miete bezahlen kann oder Hilfe im Haushalt und Leben bekommt. Dies sind die große Vorteile einer BU-Rente. Die Nachteile bestehen darin, dass im Leistungsfall, die Auszahlung der BU-Rente als zu versteuernde Einnahmen gelten. Sie wird als „abgekürzte Leibrente“ in der Steuererklärung bewertet. Ist das gesamte zu versteuernde Einkommen des Berufsunfähigen unter dem Freibetrag von 8.354€ (2014), muss dieser keine Steuern auf die BU-Rente zahlen. Liegt das Einkommen darüber, wird der Ertragsanteil mit dem gleichen Steuersatz bemessen wie der Rest des Einkommens. Der Steuersatz ist der Einkommenssteuertabelle zu entnehmen.